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DAS ONLINE-MAGAZIN DER HOCHSCHULE FÜR GESUNDHEIT IN BOCHUM

Arbeiten zwischen Forschung und Praxis

Personal Trainer, Osteopath, Physiotherapeut und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Gesundheit der Universität Witten/Herdecke – Hanno Krafft hat viele Berufe – sie alle verbindet eins: das körperbezogene Arbeiten. Wie der Absolvent der Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum) seine vielen Arbeitsfelder unter einen Hut bringt, hat er dem hsg-magazin verraten.

„Angefangen zu arbeiten habe ich als Werbekaufmann. Ich war zehn Jahre Projektmanager aber schon damals habe ich nebenbei als Personal Trainer gearbeitet“, erzählt Hanno Krafft. Mit Anfang Dreißig hat sich Krafft dann entschieden, sich beruflich umzuorientieren und noch einmal zu studieren.  Er überlegte, ob er Medizin studieren sollte, aber entschied sich dann für den Studiengang Physiotherapie an der hsg Bochum: „weil der Fokus dort stärker auf der Therapie von Erkrankungen liegt“, so Krafft. „Der Studiengang war genau das, was ich gesucht hatte. Ich glaube, ich war zwar der Älteste in meinem Jahrgang, aber das hat mir nichts ausgemacht“, erinnert er sich.

Was kommt nach dem Bachelorabschluss?

Nach dem Bachelorstudium war dem frisch-examinierten Physiotherapeuten schnell klar, dass er weiterstudieren wollte. Krafft entschied sich, auch seinen Master an der Hochschule für Gesundheit zu machen und schrieb sich 2017 in den Studiengang ‚Evidence-based Health Care‘ ein. „An der Hochschule für Gesundheit habe ich wissenschaftliches Arbeiten von der Pike auf gelernt – das kommt mir heute bei meiner Arbeit an der Uni zu Gute“, erzählt er. „Manchmal schaue ich heute noch in die ersten wissenschaftlichen Übersichtsarbeiten, die ich im Studium geschrieben habe“, fügt er hinzu.

"An der Hochschule für Gesundheit habe ich wissenschaftliches Arbeiten von der Pike auf gelernt"

Doch trotz seiner Begeisterung für die Forschung wollte Krafft der Arbeit mit Menschen nie den Rücken kehren. Daher eröffnete er nach dem Studium eine Praxis für Physiotherapie und Osteopathie in Hemer. Dort arbeitet er drei Tage die Woche, während er in der restlichen Zeit seinem Job als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Witten/Herdecke nachgeht. Dort ist Krafft Teil eines Interdisziplinären Teams am Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin.

Es ist die Kombination aus beiden Welten – der akademischen und der klinischen Arbeit, die Krafft an seinen Jobs schätzt. Keinen der beiden Teile würde er missen wollen. Auch seine Arbeit in der eigenen Praxis ist geprägt durch die Kombination von Gegensätzen: Zum einen bietet Krafft wissenschaftlich fundierte Physiotherapie an, zum anderen ist er gegenüber alternativen Heilmethoden wie der Osteopathie aufgeschlossen.  „Ich fahre sehr gut mit dieser Kombination. Ich setze immer meinen kritischen wissenschaftlichen Blick ein und muss wissen, wo die Grenzen verschiedener Heilmethoden sind. Trotzdem möchte ich nichts kategorisch ausschließen, was meinen Patient*innen helfen kann“, erklärt Krafft. Auch sein nächstes berufliches Ziel hat er bereits vor Augen: die Promotion. „Dank meiner guten wissenschaftlichen Ausbildung an der hsg sehe ich dem Ganzen aber gelassen entgegen. Mein Thema steht bereits fest und ich werde zeitnah mit dem Schreiben beginnen“, erklärt er.


Der Studiengang ‚Evidence-based Health Care‘, den Hanno Krafft studiert hat, wird im Wintersemester 2020/ 2021 durch den Master-Studiengang ‚Angewandte Gesundheitswissenschaften‘ ersetzt. Informationen zum Studiengang und den Zugangsvoraussetzungen finden Sie hier.


Text: Judith Merkelt-Jedamzik, Online-Redakteurin des hsg-magazins. Der Text erschien am 29. Septmeber 2020 im hsg-magazin. Er wurde zuletzt am 13. Oktober 2020 aktualisiert.

Aufmacher: Zu sehen ist Hanno Krafft – links im Portrait und rechts bei der Arbeit mit einem Klienten. Fotos: Thorsten Hirzbruch

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