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DAS ONLINE-MAGAZIN DER HOCHSCHULE FÜR GESUNDHEIT IN BOCHUM

„Ganz wichtig sind Sorgfalt und ein konsistentes Vorgehen“

Zum Wintersemester 2020/2021 startet an der Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum) der neue Bachelorstudiengang Clinical Research Management. Er vermittelt den Absolvent*innen die Fähigkeiten und Inhalte, die Sie benötigen, um klinische Studien zu planen, zu organisieren und die ordnungsgemäße und regelkonforme Abwicklung zu gewährleisten. Welche Chancen und Herausforderungen die Arbeit im Bereich klinischer Forschung mit sich bringt, hat das hsg-magazin Prof. Dr. med. Christoph Hanefeld, den Medizinischen Geschäftsführer des Katholischen Klinikums Bochum, gefragt.

In welchen Bereichen in Ihrem Haus wird Studienpersonal eingesetzt?

Prof. Dr. med. Christoph Hanefeld: Das Katholische Klinikum Bochum hat mit seinen Universitätskliniken St. Josef- und St. Elisabeth-Hospital nicht nur die Versorgung von Patient*innen, sondern auch Lehre und Forschung zur Aufgabe. Wir haben 15 Kliniken, in denen wissenschaftliche Studien durchgeführt werden. Das sind sowohl Studien aus der Grundlagenforschung als auch klinische Studien. Aktuell laufen bei uns etwa 100 klinische Studien gleichzeitig. Viele von ihnen sind abteilungsübergreifend und interdisziplinär aufgebaut. Nahezu an allen Kliniken gibt es für die Durchführung spezielle Studienambulanzen. Seit etwa 10 Jahren bemühen wir uns um eine Poolbildung beim Einsatz des Studienpersonals. Das heißt, dass das Personal nicht nur in einer, sondern in verschiedenen Ambulanzen eingesetzt werden kann. Zusammenfassend kann man sagen: wir setzen eigentlich in allen Bereichen unserer Häuser Studienpersonal ein.

Gibt es Ihrer Ansicht nach einen steigenden Bedarf an akademisch ausgebildetem Studienpersonal – und wenn ja, warum?

Hanefeld: Ganz sicher. Genau wie in anderen Bereichen lässt sich auch hier ein Prozess der Professionalisierung beobachten. Natürlich ist der Bedarf auch abhängig vom jeweiligen Forschungsprojekt. Besonders dann, wenn berufsübergreifendes Wissen gefragt ist, muss das Personal fundiert ausgebildet sein.

Wenn ich zurückdenke, dann war man vor 20 Jahren oft als junger Arzt allein verantwortlich für eine Studie und konnte sich glücklich schätzen, wenn einem eine Krankenschwester an die Seite gestellt wurde.   Heute geht es darum, Projektbudgets zu verwalten und Ressourcen klug zu planen. Deshalb sind zum Beispiel Kenntnisse in Betriebswirtschaftslehre viel wichtiger geworden. Die Wirtschaftlichkeit von Studien steht immer mehr im Fokus, und genau für solche Aufgaben benötigt man ein gutes Projektmanagement.

Welche Fähigkeiten würden Sie sich von den Absolvent*innen des neuen Clinical Research Management- Studiengangs wünschen?

Hanefeld: Zum einen – bei Personal immer wichtig – Zuverlässigkeit und Engagement. Zusätzlich braucht man in diesem Job aber auch Wissensdurst und Neugierde. Zum anderen ist es gut, wenn die Absolventinnen und Absolventen auf eine fundierte Ausbildung bauen können. Spezialwissen brauchen sie zu Beginn nicht – das können sie sich je nach Abteilung, in der sie arbeiten, noch aneignen.

Ganz wichtig sind aber auch Sorgfalt und ein konsistentes Vorgehen. Das muss man wollen und daran muss man auch Spaß haben, sonst ist man in diesem Bereich falsch. Außerdem wünschen wir uns Menschen, die gern selbstständig arbeiten und den Willen haben, etwas auf die Beine zu stellen. Die Durchführung von Studien ist nicht die Hauptaufgabe eines Krankenhauses und da braucht es jemanden, der hinter der Sache steht, um sie voran zu bringen.


Text: Judith Merkelt-Jedamzik, Online-Redakteurin des hsg-magazins. Der Text erschien am 25. Juni 2020 im hsg-magazin.

Aufmacher: Zu sehen ist Prof. Dr. med. Christoph Hanefeld. Foto: Dieter Pfennigwerth / KKB

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