hsg-magazin

DAS ONLINE-MAGAZIN DER HOCHSCHULE FÜR GESUNDHEIT IN BOCHUM

Von der Pflege-Studentin zur stellvertretenden Leitung

Der Traumberuf von Samira Heinrich ist nichts für schwache Nerven: Bereits im Studium entdeckt sie ihr großes Interesse an der Arbeit mit schwerstpflegebedürftigen Menschen. Auf diesem Gebiet möchte sie sich engagieren – und macht schnell Karriere. Im hsg-magazin berichtet sie über ihren beruflichen Weg nach dem Studium der Pflege an der hsg.

Gefühlt wollte Samira Heinrich, geborene Rubel, schon immer in ihrem jetzigen Arbeitsbereich tätig sein. Daher absolviert sie auch direkt nach ihrem Abitur am Otto-Hahn Gymnasium in Herne ein einjähriges freiwilliges soziales Jahr in der Bahrenberg GmbH Bochum. Bei dem Pflegedienst sammelt sie erste Berührungspunkte mit der Versorgung von schwerstpflegebedürftigen Menschen, die zum Teil sogar beatmet werden müssen. Diese Erfahrungen sind für Heinrich prägend.

Durch eine Fachzeitschrift erfährt sie vom Studiengang Pflege an der hsg mit der Doppelqualifikation aus stattlicher Prüfung und Bachelor-Abschluss. „Ich habe mich sofort dafür eingeschrieben. Man könnte tatsächlich sagen, dass ich direkt Feuer und Flamme war. Diesen neuen Weg wollte ich unbedingt gehen“, erinnert sich Heinrich heute zurück. Falls es mit der hsg nichts geworden wäre, hätte sie aber auch noch einen Plan-B gehabt: „Ich habe mich sicherheitshalber auch noch für eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin beworben“, verrät sie. Doch zum Glück kann sie einen Studienplatz an der hsg ergattern.

Während des Studiums ist Samira Heinrich unter anderem am Bergmannsheil in Bochum tätig. Hier unterstützt sie auf der Station 1.3 bei der Versorgung von querschnittsgelähmten Menschen. „Ich war so gebannt von diesem komplexen pflegerischen Bereich, dass ich sofort wusste, hier möchte ich arbeiten“, berichtet sie. Seitdem setzt sie sich in ihrem Studium intensiv mit Themen auseinander, die ihr später vermutlich in ihrem Wunschberuf helfen könnten: Körperbildstörungen und deren Auswirkungen auf das individuelle Leben eines querschnittgelähmten Menschen oder auch Möglichkeiten der Darmintervention bei querschnittsgelähmten Patienten sind fortan ihre liebsten Forschungsthemen. Dazu passend schreibt sie ihre Bachelor-Arbeit über Querschnittslähmungen und schwer heilenden Wunden, ‚Dekubitus‘ genannt, wobei sie eine Übersicht über die empirische Datenlage erarbeitet. Im Dezember 2013 schließt die eifrige Studentin zunächst erfolgreich ihr staatliches Examen ab, das üblicherweise ein Semester vor dem Bachelor-Abschluss absolviert wird, und fängt direkt an dort zu arbeiten, wo sie schon seit Beginn ihres Studiums gerne tätig sein wollte: Auf der Station 1.3 am Bergmannsheil in Bochum.

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Samira Heinrich (links im Bild) bei einer praktischen Übung während ihres Studiums an der Hochschule für Gesundheit. Foto: hsg/Volker Wiciok

Doch während des Studiums knüpft Samira Heinrich auch noch weitere Kontakte. So lernt sie zum Beispiel Marcello Ciarrettino kennen, von dem sie an der hsg viel zur Beatmungslehre, zum Wachkoma oder auch zu allgemeinen intensivpflegerischen Themen lernt. „Inzwischen ist Marcello für mich zu einer Art Mentor geworden“, sagt Heinrich. Und er ist mittlerweile ihr Arbeitgeber. Doch zunächst zurück zu Heinrichs Studienzeit: Samira Heinrich fällt Marcello Ciarrettino als eine besonders interessierte Studentin auf, so dass er ihr im Jahr 2013 anbietet für die Bildungsakademie BaWiG in Essen, dessen Gründer er ist, als Honorardozentin tätig zu sein. „Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine gute Arbeitsatmosphäre zwischen uns“, sagt die ehemalige hsg-Studentin.

Nach ihrem Bachelor-Abschluss im Jahr 2014 wechselt Heinrich zunächst vom stationären Sektor in die ambulante Versorgung als Leitung eines ambulanten Pflegedienstes. Im Juli 2015 wird sie dann Mutter des kleinen Julian und legt eine Elternzeit ein. Doch auch während dieser Zeit lässt die strebsame Mutter das Arbeitsleben nicht gänzlich los: Sie hat einige Kongress-Auftritte, die sich unter anderem mit Möglichkeiten der Darmintervention bei querschnittsgelähmten Menschen befassen.

Anfang 2016 war dann Marcello Ciarrettino auf der Suche nach einer Stellvertretung für sich bei der WDS.GmbH, die Dienstleistungen im Bereich der Pflegeberatung anbietet – und bietet Heinrich diesen Job an. „Nach reichlicher Überlegung habe ich die Stelle angenommen und seitdem bin ich nun die stellvertretende Gesundheitswissenschaftliche Leitung der WDS.GmbH“, berichtet die hsg-Absolventin. Zu ihren Aufgaben gehört hier unter anderem die Qualitätssicherung und die Umsetzung von Qualitätsstandards, die Kundenpflege und Netzwerkarbeit zum Firmenbereich Eldercare (Vereinbarkeit von Pflege und Beruf) oder auch die Personaleinsatzplanung.

Durch ihr Studium an der hsg habe sie ein umfassenderes Verständnis von Pflege entwickelt und sie betont den Nutzen eines Pflege-Studiums: „Durch die neuen Herausforderungen, die an uns Pflegende gestellt werden, zum Beispiel durch den demographischen Wandel, mehr Patienten mit vielen Erkrankungen gleichzeitig, mehr chronisch kranke Menschen und die Digitalisierung, benötigen wir hochqualifiziertes Personal.“ Durch ein Studium könne dies gewährleistet werden. „In der Pflege geht es ja außerdem auch nicht nur um die reine Körperpflege der Patienten. Um eine ganzheitliche Pflege zu gewährleisten, geht es unter anderem auch um eine gute Beratung der Patient*innen und eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure im Gesundheitswesen.“ Dass sie an der hsg optimal auf ihr jetziges Arbeitsleben vorbereitet wurde, davon ist Samira Heinrich überzeugt: „Ich hätte mir keine bessere Vorbereitung wünschen können und ich würde jederzeit nochmals an der hsg studieren.“


Text: Dr. Anna Knaup, Online-Redakteurin des hsg-magazins

Aufmacher: hsg/Volker Wiciok

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