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Foto: Jürgen Nobel/Grafik: HS Gesundheit

Als Pflegelehrkraft zukünftige Generationen ausbilden

6. September 2023

#HauptSacheGesundheit heißt unsere Serie, in der wir unterschiedliche Bachelor- und Masterstudiengänge der Hochschule für Gesundheit (HS Gesundheit) in Bochum vorstellen. Neugierig? In dieser Folge geht es um den berufsbegleitenden Masterstudiengang Bildung im Gesundheitswesen – Fachrichtung Pflege.

Foto: HS Gesundheit
Annette Hipler, Lehrkraft für besondere Aufgaben und Studiengangskoordinatorin Bildung im Gesundheitswesen – Fachrichtung Pflege.

Annette Hipler, Lehrkraft für besondere Aufgaben und Studiengangskoordinatorin Bildung im Gesundheitswesen – Fachrichtung Pflege:

Die Pflege ist die größte Berufsgruppe innerhalb der Gesundheitsberufe und der Bedarf an Pflegefachpersonen wächst stetig. Umso nachgefragter sind Pflegelehrer*innen, die authentisch für den Beruf stehen und zukünftigen Pflegefachpersonen die fachlichen und persönlichen Kompetenzen wie auch die Begeisterung für den komplexen Pflegeberuf vermitteln können. Genau solche Pflegelehrer*innen bilden wir mit dem Masterstudiengang Bildung im Gesundheitswesen – Fachrichtung Pflege – aus. Die Studierenden lernen übergreifende, aber auch speziell auf die Pflege bezogene didaktische Modelle kennen, sie beschäftigen sich umfassend mit Lerninhalten und der Planung von Kompetenzzielen.

Besonderen Spaß macht den Studierenden immer unsere Methodenwerkstatt, in der sie ergänzend zur Didaktik unterschiedliche Unterrichtsmethoden, das heißt unterschiedliche Arten, wie Lerninhalte vermittelt werden können, kennenlernen. Ein Beispiel ist das simulationsbasierte Lernen. Dort zeigen wir Student*innen unter anderem, welchen Nutzen High-Fidelity-Simulatoren, also Puppen, die programmiert und ferngesteuert realitätsnahe Biofeedbacks geben, in der Ausbildung von Pflegefachpersonen haben können. Die Studierenden lernen, Unterrichtsreihen zu planen und Curricula zu entwickeln. Zudem belegen sie Module zum Bildungsrecht, zur Schulorganisation und -entwicklung. Wir beschäftigen uns mit Themen wie Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz und tauschen uns über neueste Entwicklungen in der Pflege oder ethische Fragestellungen aus. Neben der Lehre ist die Lernförderung ein wichtiger Bereich des Studiums. Die Studierenden lernen Tools zur Förderung von Lernentwicklungskompetenzen bei Auszubildenden kennen, um einen individuell fördernden und motivierenden Unterricht aufstellen zu können. In einem weiteren großen Bereich des Studiums lernen die Student*innen Forschungsmethoden kennen, wohingegen wir ihnen im Class-Room-Management lehren, wie die Heterogenität einer Klasse berücksichtigt und neben der passenden Lehre auch die passende Klassenführung konzipiert wird. Viele unserer Student*innen sind berufserfahrene Pflegefachkräfte oder Hebammen, die ein Studium mit einer pflegepädagogischen Ausrichtung abgeschlossen haben. Andere, die in ihrem Erststudium keinen pädagogischen Schwerpunkt abgeschlossen haben, absolvieren bei uns zunächst ein zweisemestriges Studium zum Quereinstieg, in dem sie fehlende pädagogische Modulinhalte nachholen, bevor sie in das Masterstudium übergehen. Sowohl den Direkteinstieg ins Masterstudium als auch den Quereinstieg haben wir berufsbegleitend konzipiert, so können Student*innen neben ihrem Studium einer beruflichen Tätigkeit nachgehen. Durch die kleinen Gruppengrößen im Masterstudiengang können wir die Student*innen außerdem eng durch ihr Studium und beim Hineinwachsen in die Rolle der Lehrperson begleiten.


 

Foto: privat
Jaqueline Schulz, Studierende.

Jaqueline Schulz, Studierende (3. Semester):

Die Pflege ist eine wichtige und erfüllende Arbeit, genau das möchte ich als Pflegelehrerin meinen Schüler*innen vermitteln. Ich möchte ihnen zeigen, wie abwechslungsreich der Pflegeberuf ist und sie ermutigen, ihn aktiv mitzugestalten. Ich habe selbst eine Ausbildung zur Gesundheit- und Krankenpflegerin gemacht und anschließend ein Bachelorstudium in Pflegewissenschaft absolviert. Heute arbeite ich an einer Pflegeschule und studiere über den Quereinstieg den Masterstudiengang Bildung im Gesundheitswesen mit der Fachrichtung Pflege. Als Pflegelehrerin zu arbeiten ist ein toller Beruf. Junge Menschen auf ihrem beruflichen Weg zu unterstützen, sich mit ihnen im Unterricht auszutauschen, ist spannend. Ich finde es prima, dass das Studium berufsbegleitend möglich ist. So kann ich meine Lehrtätigkeit weiter ausüben und bekomme zusätzlich neues Handwerkszeugs, das ich in meinem Arbeitsalltag direkt einsetzen kann. Neben den didaktischen Modellen und Forschungsmethoden finde ich im Studium besonders den Bereich der Lernförderung spannend, weil mir in meiner Lehre ein lernförderliches Unterrichtsklima wichtig ist.

Der Studiengang ist sehr praxisnah, im Studienverlauf ist unter anderem ein Praxissemester vorgesehen, in dem wir drei Monate im Schulwesen eingesetzt sind. Außerdem mag ich die persönliche Atmosphäre an der HS Gesundheit und den direkten Kontakt zu den Lehrenden. Die Betreuung ist super. Durch die kleine Gruppengröße haben wir auch den Freiraum, uns in den Vorlesungen über Unterrichtseinheiten aus unserer Praxis auszutauschen, gemeinsam zu reflektieren, zu diskutieren und kreative Ideen zu entwickeln. Das gibt mir immer wieder neue Denkanstöße für meinen Unterricht.


 

Foto: privat
Michael Asmussen, stellvertretender Schulleiter beim Kirchlichen Bildungszentrum für Gesundheitsberufe in Gelsenkirchen.

Michael Asmussen, stellvertretender Schulleiter beim Kirchlichen Bildungszentrum für Gesundheitsberufe in Gelsenkirchen. Die Pflegebildungseinrichtung ist ein Kooperationspartner der Hochschule für Gesundheit:

Den Wunsch Lehrer zu werden hatte ich schon während meiner Abiturzeit. Allerdings musste ich nach der Schulzeit zuerst den Zivildienst bei der Diakoniestation Gladbeck ableisten. Hier kam ich zum ersten Mal mit dem Pflegeberuf in Kontakt, der mir sofort sehr gefallen hat. Aufgrund dessen entschied ich mich zunächst für eine Ausbildung zum Krankenpfleger. Nach dem Examen und ein paar Berufsjahren in der Herzchirurgie wollte ich mich weiterbilden und beide Interessen verbinden. Ich wollte unbedingt im pflegerischen Bereich bleiben, meinen Berufswunsch als Lehrer aber nicht aufgeben. Also absolvierte ich ein Bachelorstudium Pflege und ein Masterstudium Bildung im Gesundheitswesen. Als Berufspädagoge im Gesundheitswesen vereine ich heute beides. Bei uns am Bildungszentrum arbeiten mehrere Studierende der Hochschule für Gesundheit, die neues Wissen und neue Ideen mitbringen und die Schulentwicklung dadurch fördern. Die Studierenden sammeln bei uns praktische Erfahrungen in der Lehrtätigkeit und wir versuchen ihnen ein umfassendes Bild von allen anfallenden Tätigkeiten zu vermitteln.

Sie begleiten deshalb verschiedene Unterrichtsstunden, erarbeiten Unterrichtssequenzen und führen diese eigenständig durch. Außerdem nehmen die Studierenden an Prüfungssituationen teil, begleiten Bewerbungsgespräche und Praxisbesuche und wir zeigen ihnen auch, welche organisatorischen Aufgaben in unserem Bildungszentrum anfallen. Das Studium ist Schlüssel und Grundlage für den Beruf als Pflegepädagog*in. Es ist die Basis für einen evidenzbasierten Unterricht, das heißt, einen Unterricht basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Außerdem lernen Studierende wissenschaftliches Arbeiten, was wiederum die Basis für ein lebenslanges Lernen darstellt und für Lehrende in der Pflege besonders wichtig ist. Als Lehrkraft zu arbeiten ist ein herausfordernder Beruf, die Klassen werden heterogener und das muss auch in der Lehre berücksichtigt werden. Mir gefällt an meiner Arbeit besonders die Zusammenarbeit mit jungen Menschen, ihnen ethische Grundhaltungen zu vermitteln sowie Wissen und Werte weiterzugeben.


Nähere Informationen zu unseren Studiengängen und zur Bewerbung um einen Studienplatz gibt es auf der Website der HS Gesundheit.

Foto: Jürgen Nobel/Grafik: HS Gesundheit
lernen & lehren
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23. August 2023

Forschen für Medikamente und Therapieverfahren von morgen

Serie #HauptSacheGesundheit: Folge 12 - Berufsbegleitender Bachelorstudiengang Clinical Research Management
Foto: Jürgen Nobel/Grafik: HS Gesundheit
lernen & lehren
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14. August 2023

Digitalisierung im Gesundheitswesen vorantreiben

Serie #HauptSacheGesundheit: Folge 11 – Bachelorstudiengang Gesundheitsdaten und Digitalisierung