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DAS ONLINE-MAGAZIN DER HOCHSCHULE FÜR GESUNDHEIT IN BOCHUM

„Eine Idee, die mich nicht losließ“

Ein neues Angebot nutzen, über den Tellerrand schauen, weitermachen, sich noch mehr qualifizieren – für Marius Herbich stand nach seinem ‚Pflege‘-Bachelor fest, dass er mit dem Studiengang ‚Evidence-based Health Care‘ auch noch den Master an der Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum) machen will.

Wenn der 30-jährige Marius Herbich erzählt, spürt man seine Begeisterung für beides: Seinen Beruf als Pfleger und seine Freude am Lernen und Forschen. Früher, als er noch in Baden-Württemberg lebte und in Stuttgart Medientechnik studierte, hatte sich das irgendwie nicht richtig angefühlt. „Ich hatte während des Studiums schon gemerkt, dass ich gerne im sozialen Bereich arbeiten möchte. Und diese Idee – Pflege – hat mich dann nicht mehr losgelassen“, so Herbich. Zuerst wollte er die traditionelle dreijährige Berufsausbildung machen, „doch dann habe ich durch Zufall erfahren, dass es mittlerweile auch grundständige Studiengänge gibt. In Bochum bekam ich sowohl eine Zusage für einen Ausbildungs- als auch für einen Studienplatz.“

Marius Herbich stürzt sich ins Studium und ist vom Konzept der hsg Bochum begeistert. In Bochum finden Theorie und Praxis an der Hochschule statt und zudem gibt es pro Studiengang unterschiedlich lange Praxisphasen bei den hsg-Kooperationspartnern. „Es war ein großer Vorteil, dass der komplette theoretische Teil an der Hochschule stattgefunden hat, in anderen Modellen gibt es eine Dreiteilung aus Berufsfachschule, Hochschule oder Universität plus Ausbildungsplatz, aber an der hsg Bochum ist die Theorie an einem Standort gebündelt.“ Seine Praxisphase machte er im Katholischen Klinikum Bochum. „Man durchläuft ja, wie in der Berufsausbildung auch, die verschiedenen Fachbereiche. Das geht von internistischen Stationen über chirurgisch-orthopädische, Kinderkrankenpflege, psychiatrische Krankenpflege, ambulante Pflege“, erklärt Herbich.

„Man hinterfragt sein Berufsumfeld und sein eigenes Handeln plötzlich ganz anders.“

Im Jahr 2017 dann der Bachelor – und die Erkenntnis: „Ich wollte unbedingt weiterstudieren, mich weiter qualifizieren. Damals war der Master-Studiengang ‚Evidence-based Health Care‘ noch ganz neu und ich schrieb mich ein.“ Parallel begann Marius Herbich als wissenschaftliche Hilfskraft an der hsg Bochum und als Pfleger auf einer neurologischen Station zu arbeiten. Ein idealer Mix, findet er heute. „Der Master-Studiengang ‚Evidence-based Health Care‘ ist interdisziplinär angelegt, ich studiere also mit Physiotherapeut*innen, Ergotherapeut*innen und Hebammen zusammen. Theoretisch könnten auch Logopäd*innen dabei sein. Das fördert den interprofessionellen Austausch und geht von der einzelnen disziplinspezifischen Sicht weg, hin zu einer an der Gesundheit von Patient*innen oder der Bevölkerung orientierten Perspektive. Zentral sind dabei die behandelten wissenschaftlichen Methoden. Wie manage ich ein wissenschaftliches Projekt? Welche Methoden brauche ich? Wie gestalte ich eine Studie? Außerdem schauen wir uns Gesundheitssysteme an und bearbeiten die Schwerpunkte ‚Kinder-, Frauen- und Familiengesundheit‘, ‚Aktivität, Partizipation und Lebensqualität‘ und ‚Angewandte Physiologie in der Gesundheitsversorgung‘“, zählt er auf.

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Verschiedene Berufsgruppen arbeiten im Studiengang ‚Evidence-based Health Care‘ zusammen. Der Studiengang ist interdisziplinär angelegt. Foto: hsg Bochum/Volker Wiciok

Dadurch habe er einen ganz anderen, geschärften Blick auf seinen Beruf bekommen, findet Marius Herbich: „Weil man sich auf einer übergeordneten Ebene mit allen Themen auseinandergesetzt hat, hinterfragt man sein Berufsumfeld und sein eigenes Handeln plötzlich ganz anders, zum Beispiel wenn es um die wissenschaftliche Evidenz pflegerischer Tätigkeiten, um emotionale Themen oder Kommunikation geht.“

Dieses neu gewonnene Wissen motiviert, viel kritischer auf Herausforderungen im Gesundheitswesen zu schauen – und diese verändern und mitgestalten zu wollen: „Ich habe häufig daran gedacht, dass es spannend wäre, auch politisch etwas bewegen zu können. Früher hatte ich solche Ambitionen nicht, aber heute bewundere ich jeden, der in diese Richtung geht – und davon müsste es noch mehr geben. Es muss sich viel bewegen im Gesundheitswesen“, weiß er heute.

„Es muss sich viel bewegen im Gesundheitswesen“

Sicherlich wird Marius Herbich, wenn er im Jahr 2019 seinen Master hat, einer von denen sein, die die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung voranbringen, sowohl in der Patientenversorgung als auch bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen. Fest steht für ihn: „Ich würde weiterhin sehr gerne mit Patient*innen arbeiten und hoffe, dass mehr Kliniken Stellen für Master-Absolvent*innen schaffen, die einerseits eine praktische Arbeit an den Patient*innen, zugleich aber auch eine wissenschaftliche Tätigkeit oder eine im Qualitätsmanagement beinhalten. Das wäre ein erster, wichtiger Schritt.“


Text: Tanja Breukelchen, freie Journalistin. Der Text erschien am 1. Februar 2019 im hsg-magazin.

Aufmacher: Marius Herbich visiert nach seinem Pflege-Bachelor den Master-Abschluss an. Er studiert ‚Evidence-based Health Care‘ an der hsg Bochum. Zudem arbeitet er als Pfleger auf einer neurologischen Station. Foto: hsg Bochum/Jürgen Nobel

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