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Foto: Jürgen Nobel/Grafik: HS Gesundheit

Forschen für Medikamente und Therapieverfahren von morgen

23. August 2023

#HauptSacheGesundheit heißt unsere Serie, in der wir unterschiedliche Bachelor- und Masterstudiengänge der Hochschule für Gesundheit (HS Gesundheit) in Bochum vorstellen. Neugierig? In dieser Folge geht es um den Bachelorstudiengang Clinical Research Management.

Das Bild zeigt Prof. Dr. Markus Wübbeler
Foto: HS Gesundheit/Volker Wiciok
Prof. Dr. Markus Wübbeler, Professor für Klinische Pflegeforschung und Studiengangsleitung Clinical Research Management.

Prof. Dr. Markus Wübbeler, Professor für Klinische Pflegeforschung und Studiengangsleitung Clinical Research Management:

Fortlaufend werden in der Gesundheitsbranche neue Arzneimittel, Medizinprodukte, Gesundheitstechnologien und Therapieverfahren entwickelt. Sie werden aber erst für den Einsatz im Alltag zugelassen, wenn klinische Studien ihre Wirksamkeit und Sicherheit wissenschaftlich nachweisen. Bei klinischen Studien wird eine solche Neuentwicklung erstmals am Menschen überprüft. In dem berufsbegleitenden Studiengang Clinical Research Management lernen die Studierenden die Inhalte, Abläufe, Strukturen und ganz wichtig, die Regularien klinischer Studien kennen. Das heißt, sie lernen, wie genau die Überprüfung und Zulassung solcher Neuentwicklungen in der klinischen Forschung funktioniert und organisiert ist.

Dabei beschäftigen sich die Studierenden unter anderem mit der Sammlung, Analyse und dem Management großer Datenmengen, denn klinische Studien sind auf hochwertige Daten und Datenauswertungsverfahren angewiesen. Ohne sie gibt es keine Neuentwicklungen im Gesundheitswesen. Studierende sollten erlernen wollen, Daten zu interpretieren und kritisch zu hinterfragen. Darüber hinaus halte ich es für wichtig, dass die Studierenden gut mit Menschen umgehen können, da sie im Zuge von klinischen Studien eine enge Überwachung von Patient*innen durchführen. Außerdem sollte organisatorisches Talent in ihnen stecken, denn das Begleiten einer Studie ist eine hohe organisatorische Aufgabe. Das wichtigste Mitbringsel ist aber: Spaß am Forschen, Gestalten und Neuentwickeln. Der Studiengang ist berufsbegleitend angelegt, für Studierende ist es im reduzierten Umfang also auch möglich, neben dem Studium einer Beschäftigung nachzugehen. Besonders spannend: Die klinische Forschung agiert in einem hoch internationalen Umfeld, denn die Neuentwicklungen sollen natürlich auch für andere Länder verfügbar sein. Der Bedarf nach qualifiziertem klinischen Studienpersonal ist groß und nicht nur, aber besonders vor dem Hintergrund zunehmender Regularien in der klinischen Forschung wird er sicherlich weiter steigen.


 

Foto: privat
Simone Leber, Studierende.

Simone Leber, Studierende (4. Semester):

Der Studiengang ist genau das, was ich gesucht habe, um mich weiterzuentwickeln. Ich bin Kinderkrankenschwester und hatte 15 Jahre in der Kinderonkologie gearbeitet, als ich mich dazu entschied, von der Patientenversorgung in die Studiendokumentation zu wechseln und eine Weiterbildung zur Studienassistentin (Study Nurse) zu absolvieren. Heute arbeite ich noch immer am Kinderonkologischen Zentrum der Universitätsmedizin Mainz, mittlerweile in der Studienkoordination und studiere parallel Clinical Research Management an der HS Gesundheit. Jede Studie ist anders und jede neue Studie bringt neue Herausforderungen mit sich. Die Vielfältigkeit des Aufgabenbereichs und die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Fachrichtungen – unter anderem Mediziner*innen, Jurist*innen, Betriebswirtschaftler*innen – gefällt mir sehr und gleichzeitig bin ich durch die Betreuung der Kinder und deren Eltern während einer klinischen Studie immer noch ganz nah an der Patientenversorgung dran und als Kinderkrankenschwester im Hands-on tätig. Und genau dieser Umgang mit so vielen, verschiedenen Menschen auf so vielen verschiedenen Ebenen macht dieses Betätigungsfeld für mich so spannend und besonders. Im Studium finde ich mich und meinen Beruf absolut wieder. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie viel Input und Wissen wir auf so spannende und großartige Art und Weise transportiert bekommen – von der Planung und Organisation verschiedener Arten klinischer Studien über hilfreiche Werkzeuge aus der Statistik zur Datenerhebung und Datenauswertung bis hin zu aktuellen Regularien, Verordnungen und Gesetzesgrundlagen.

Sehr faszinierend finde ich auch den Bereich der Forschungstheorien, mit dem ich bislang noch gar keine Berührung hatte. Obwohl ich seit sechs Jahren in der klinischen Forschung tätig bin, lerne ich in fast jeder Vorlesung etwas Neues, was ich direkt mit in meinen Berufsalltag einfließen lassen kann. Ich genieße den frischen Input von Wissen und Bildung und das Erlernen des wissenschaftlichen Arbeitens. Uns wird im Studium vermittelt, wie wir uns eigenständig den Weg zu neuem Wissen erschließen und relevante Informationen aus seriösen Quellen finden können – nicht nur für den beruflichen Alltag. Damit werden uns wichtige Skills an die Hand gegeben, die wir in vielen Bereichen des Lebens – weit über das Berufliche hinaus – nutzen können. Ich habe in Mainz eine Teilzeitstelle, bin Mutter von drei Kindern, absolviere das Studium und bislang gelingt es mir gut, alles miteinander zu vereinbaren. Das Studium gliedert sich in Präsenzveranstaltungen, die blockweise angeboten werden und in E-Learning-Einheiten. Die Termine der Blockwochen stehen weit im Voraus fest, was mir Planungssicherheit gibt, und meine Organisation erleichtert. Die E-Learning-Einheiten, in denen wir uns selbstorganisiert Wissen aneignen und Aufgaben bearbeiten, sind durch die freie Zeiteinteilung neben Beruf und Familie sehr gut zu bewerkstelligen.


 

Foto: Advanced Sleep Research GmbH
Daniela Linke, Studienkoordinatorin der Advanced Sleep Research GmbH, Study Nurse und Somnologin.

Daniela Linke, Studienkoordinatorin bei der Advanced Sleep Research GmbH, einem Auftragsforschungsunternehmen, das unter anderem klinische Studien im Bereich der Schlafmedizin durchführt.

Ein Studierender der Hochschule für Gesundheit absolviert aktuell ein Praktikum bei uns. Wenn es sich ergibt, schaue ich ihm beim Nachbereiten von Vorlesungen oder Lösen von Übungsaufgaben über die Schulter. Der Studiengang Clinical Research Management macht einen sehr guten Eindruck auf mich. Alles, was ich aus meiner Berufspraxis kenne, wird dort gelehrt. Der Studierende ist im sechsten Semester und bringt bereits viel Wissen, Verständnis und Ideen für die klinische Forschung mit in die Praxis. Er weiß sehr genau, worum es bei klinischen Studien geht, worauf es bei ihrem Aufbau, der Koordination und Durchführung ankommt. Deshalb haben wir ihm gleich eine eigene kleine Vergleichsstudie übertragen – natürlich unter unserer Begleitung. Es geht dabei um die Frage, inwiefern sich die Schlafstätte auf die Schlafqualität auswirkt. Medizin, Medizinprodukte und Behandlungen entwickeln sich stetig weiter.

Die klinische Forschung ist ein sehr wichtiger Bereich, in dem ich einen großen Bedarf an Nachwuchskräften sehe. Mir persönlich gefällt an dem Berufsfeld besonders die Genauigkeit, mit der wir arbeiten müssen, die Abwechslung, die jede klinische Studie mitbringt und die Verantwortung, die wir gegenüber den Patient*innen mit jeder Studie tragen. Gerade die Zeit bis zur Arbeit mit dem ersten Probanden ist arbeitsintensiv, aber auch aufregend. Außerdem ist es ein schönes Gefühl, wenn ein Medikament, das man in einer mehrjährig angelegten Studie auf dessen Wirksamkeit und Sicherheit hin getestet hat, auf dem Markt zugelassen wird und Menschen hilft.


Nähere Informationen zu unseren Studiengängen und zur Bewerbung um einen Studienplatz gibt es auf der Website der HS Gesundheit.

Foto: Jürgen Nobel/Grafik: HS Gesundheit
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14. August 2023

Digitalisierung im Gesundheitswesen vorantreiben

Serie #HauptSacheGesundheit: Folge 11 – Bachelorstudiengang Gesundheitsdaten und Digitalisierung
Foto: Jürgen Nobel/Grafik: HS Gesundheit
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2. August 2023

Passgenaue Gesundheitskonzepte für alle Menschen entwickeln

Serie #HauptSacheGesundheit: Folge 10 – Bachelorstudiengang Gesundheit und Diversity