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Foto: Jürgen Nobel/Grafik: HS Gesundheit

Gesunde Orte für Jung und Alt gestalten

21. Juni 2023

#HauptSacheGesundheit heißt unsere neue Serie, in der wir unterschiedliche Bachelor- und Masterstudiengänge der Hochschule für Gesundheit (HS Gesundheit) in Bochum vorstellen. Neugierig? In dieser Folge geht es um den Bachelorstudiengang Gesundheit und Sozialraum.

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Prof. Dr. habil. Heike Köckler, Professorin für Sozialraum und Gesundheit.

Prof. Dr. habil. Heike Köckler, Professorin für Sozialraum und Gesundheit:

Die Gesundheit des Menschen ist nicht nur abhängig von seinen Erbanlagen, seiner Gesundheitskompetenz oder seinem eigenen Verhalten. In dem Studiengang Gesundheit und Sozialraum lernen die Studierenden, wie wichtig der Sozialraum für die Gesundheit des Menschen ist und wie sich Sozialräume gesundheitsförderlich beeinflussen, verändern und gestalten lassen. Sie lernen, dass es Verhältnisse für Verhalten braucht. Damit meine ich, dass es nicht viel nützt, wenn die Menschen wissen, dass Bewegung gesundheitsförderlich ist, es in ihrem Lebensraum aber keine oder nur wenige Bewegungsangebote gibt.

Wenn sie wissen, dass Fahrradfahren gesund ist, es aber keine Fahrradwege gibt oder diese zu gefährlich sind. Wenn sie wissen, dass sich Spielplätze positiv auf die gesundheitliche Entwicklung des Kindes auswirken, es aber kaum Spielplätze in unmittelbarer Umgebung gibt. Es müssen Lebensräume geschaffen werden, in denen Menschen gesund leben können und genau das lernen die Studierenden bei uns. Der Studiengang ist für all diejenigen, die über eine abgeschlossene Ausbildung in einem gesundheitsbezogenen oder pädagogischen Beruf verfügen und Lust haben, Gesundheitsförderung und -prävention dort zu fördern, wo die Menschen leben – in den Städten, in den Quartieren, in der Nachbarschaft, in der sie wohnen. Die zentrale Frage ist: Was für Bedingungen haben und vor allem benötigen die Menschen, in denen sie gesund und gut leben können? Gibt es einen Park in der Nähe, in dem sie sich bewegen und erholen können? Oder vielmehr stark befahrene Straßen mit Lärm- und Luftbelastung? Wir beschäftigen uns unter anderem mit den Folgen des Klimawandels, mit der Frage, wie ein Sozialraum für pflegebedürftige Menschen, die aus dem Krankenhaus entlassen werden, aussehen kann, aber auch mit Aspekten der gesundheitlichen Versorgung. Was für einen Arzt, was für ein Krankenhaus, was für einen Therapeuten haben die Menschen in der Nähe? Wie können innovative Versorgungskonzepte wie Gesundheitskioske umgesetzt werden? Die Studierenden lernen, Konzepte zu planen, sich zu vernetzen und zu kommunizieren. Ich bekomme immer wieder zurückgespiegelt, dass das Schönste an diesem Berufsfeld ist, dass die Absolvent*innen des Studiengangs in der Lage sind, etwas Neues zu schaffen.


 

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Astrid von Arend, Studierende.

Astrid von Arend, Studierende (8. Semester):

Der Studiengang Gesundheit und Sozialraum ist ein lebensnaher Studiengang, der perfekt zu meinem bisherigen Werdegang passt. Der gesundheitliche Aspekt begleitet mich seit meinen ersten beruflichen Schritten, denn ich bin ausgebildete Pflegefachkraft und Hebamme. Seit etwa neun Jahren arbeite ich in einer Schwangerschaftsberatungsstelle, wodurch ich auch einen Bezug zur sozialräumlichen Gesundheitsförderung habe. Ich habe mich und vor allem meinen Beratungsalltag im Studium in vielen Dingen wiedergefunden und mit dem zusätzlich gewonnenen Wissen bereits neue Ideen zur Gesundheitsförderung in meinem beruflichen Alltag umgesetzt. Außerdem habe ich meine Beratungskompetenz weiter ausbauen können.

Was mir an dem Studium besonders gefällt ist, dass wir sehr in dem kleinräumigen Kontext denken. Aus der Perspektive unterschiedlicher Zielgruppen zu schauen, verschiedene Bedarfe – auch im Sinne von Chancengleichheit – im Blick zu haben, das steht sehr im Fokus des Studiums. Gerade schreibe ich an meiner Bachelorarbeit, in der ich die digitale Gesundheitskompetenz thematisiere. Ich erforsche, wo werdende Mütter gesundheitliche Informationen abfragen, welche Rolle digitale Kanäle dabei spielen, wie sie diese bewerten oder den Wahrheitsgehalt der gewonnenen Informationen sicherstellen und dabei werde ich sehr individuell betreut. Studium, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, ist nicht immer leicht. Manchmal fühle ich mich wie eine Jongleurin mit vielen Bällen in der Luft, aber ich möchte auch nichts davon missen, denn, auch das weiß ich aus dem Studium: Lebenslanges Lernen ist eine der Grundlagen für Teilhabe und gesundes Altern.


 

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Heike Ehlemann, Absolventin und Quartiersentwicklerin im Sozialdezernat beim Landratsamt Karlsruhe.

Heike Ehlemann, Absolventin und Quartiersentwicklerin im Sozialdezernat beim Landratsamt Karlsruhe:

Ich hatte 20 Jahre als Ergotherapeutin in einem Krankenhaus gearbeitet, als ich auf den Studiengang Gesundheit und Sozialraum stieß. Ich habe in meiner Arbeit immer gerne über den Tellerrand geschaut, was andere Disziplinen zur Lösung eines Problems beitragen können und genau das schien mir in dem Studiengang nicht nur gewollt, sondern ist tatsächlich auch Teil der Lehre. Zudem hat mich der Gedanke der Gesundheitsförderung in Bezug auf Kommunen sofort angesprochen. Wir haben in dem Studiengang sehr viel Unterschiedliches gelernt, vom Gesundheitssystem und von Gesundheitspolitik über rechtliche Rahmenbedingungen und Qualitätsmanagement, die Folgen des demografischen Wandels, den Nutzen digitaler Technologien, bis hin zur Frage, welche Akteur*innen für welche Planungsprozesse zuständig sind.

Was ich besonders toll fand: Wir Studierenden waren eine diskussionsfreudige Gruppe, das hat Spaß gemacht. Neben dem Studium habe ich damals weiter als Ergotherapeutin gearbeitet, bis ich mit dem Abschluss des Studiums tatsächlich den Schritt in die soziale Quartiersentwicklung beim Landratsamt Karlsruhe gewagt habe. Unter anderem berate ich heute kreisangehörige Städte, Gemeinden und interessierte Akteure bei allen Fragen und Ideen zur Quartiersentwicklung im Hinblick auf Projektkonzeption, Fördermittel oder hinzuzuziehende Partner*innen, beispielsweise auch aus dem Landratsamt. Außerdem unterstütze ich ein großes strategisches Projekt hier in Baden-Württemberg, dass sich eine alters- und generationengerechte Quartiersentwicklung als Ziel setzt. Ich konnte auf meinem beruflichen Weg bislang aus jedem Modul des Studiengangs Gesundheit und Sozialraum etwas für meinen beruflichen Alltag herausziehen, zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenem Umfang, aber es ist immer hilfreich. Ich habe auch alle Lehrmaterialien bis heute aufgehoben und schlage darin immer mal wieder etwas nach. Ein dickes Lob an die Lehrenden der Hochschule für Gesundheit, die mir diesen beruflichen Weg eröffnet haben.


Nähere Informationen zu unseren Studiengängen und zur Bewerbung um einen Studienplatz gibt es auf der Website der HS Gesundheit.

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Serie #HauptSacheGesundheit: Folge 1 – Bachelorstudiengang Logopädie
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