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DAS ONLINE-MAGAZIN DER HOCHSCHULE FÜR GESUNDHEIT IN BOCHUM

Hochemotionales Training

Ob ein komplett eingerichteter Kreißsaal, eine seniorengerechte Wohnung, ein Ganglabor oder ein Stationszimmer – an der Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum) gibt es speziell eingerichtete Trainingsräume, in denen die Studierenden das gelernte Wissen praktisch einsetzen und üben können. Diese Räume – Skills-Labs genannt – sind eine Säule der Wissensvermittlung an der hsg Bochum. Was die Studierenden in den Skills-Labs alles trainieren können, zeigen wir in einer Serie im hsg-magazin.

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Paul ist ein Frühgeborenen-Simulator. Er stellt detailgetreu ein frühgeborenes Baby in der 28. Schwangerschaftswoche nach. Foto: hsg Bochum/Schlüter-Cruse

Paul wiegt gerade einmal 1000 Gramm und ist etwa in der 28. Schwangerschaftswoche – also rund 12 Wochen zu früh – auf die Welt gekommen. Deshalb ist seine Haut noch viel empfindlicher als die eines reifgeborenen Kindes, ist rot und wirkt fast durchscheinend. Paul hat Probleme beim Atmen; er kann seine Körpertemperatur noch nicht richtig halten. Paul ist außerdem kein echtes Baby – er ist ein Frühgeborenen-Simulator, an dem sich die berufsgruppenübergreifende Versorgung beim kritischen Ereignis Frühgeburt zwischen Hebammen, Pflegenden und Medizinern besonders gut trainierten lässt Seit April 2020 verfügt der Studienbereich Hebammenwissenschaft der Hochschule für Gesundheit über ein Exemplar dieses Simulators. Er wird zukünftig für interprofessionelle Trainings mit Hebammenstudierenden, Studierenden der Pflege und der Medizin  eingesetzt und die Trainings in den Skills-Labs erweitern. Lehrende der hsg der drei unterschiedlichen Professionen konzipieren aktuell das Trainingsprogramm. Ein Alleinstellungsmerkmal des Frühgeborenen-Simulators Paul ist, dass er über den Computer gesteuert wird und damit alle denkbaren Krankheitszeichen eines frühgeborenen Kindes simulieren kann. Ist die Atmung nicht ausreichend, wird er blau und kann schließlich komplett aufhören zu atmen. Die realistische Nachbildung seiner Atemwege macht die endotracheale Intubation (also die Beatmung über die Luftrohre) möglich und ermöglicht es weitere, besondere Versorgungsstrategien in der Neonatologie – also dem Bereich der Neugeborenenmedizin – zu üben. Dieser in der Frühgeborenen-Simulation bislang einzigartige Aspekt ermöglicht sogenannte lebensnahe Simulationen (‚High Emotional Simulationen‘). Das bedeutet, dass Trainingsteilnehmer*innen hochemotional in das Training involviert werden, dies verbessert die Lern- und Trainingserfolge.

Der Frühgeborenen-Simulator Paul wurde im Rahmen des Programms ‚FH-Basis 2019‘ (Geräteprogramm) von Prof. Dr. Martina Schlüter-Cruse eingeworben und durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW finanziert. Das Geräte-Programm richtet sich an neuberufene Professor*innen n, um diese beim Auf- und Ausbau ihrer Forschungsaktivitäten zu unterstützen.

Hier gibt es einen virtuellen 360-Grad-Rundgang durch die Skills-Labs der hsg Bochum.


Text: Judith Merkelt-Jedamzik, Online-Redakteurin des hsg-magazins. Der Text erschien am 12. Oktober 2020 im hsg-magazin.

Aufmacher: Der Frühgeborenen-Simulator ist am Computer angeschlossen und ermöglicht ein realitätsnahes Training des kritischen Ereignisses einer ‚Frühgeburt‘. Foto: hsg Bochum/ck

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