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Foto: Jürgen Nobel/Grafik: HS Gesundheit

Passgenaue Gesundheitskonzepte für alle Menschen entwickeln

2. August 2023

#HauptSacheGesundheit heißt unsere neue Serie, in der wir unterschiedliche Bachelor- und Masterstudiengänge der Hochschule für Gesundheit (HS Gesundheit) in Bochum vorstellen. Neugierig? In dieser Folge geht es um den Bachelorstudiengang Gesundheit und Diversity.

Ein Portraitbild von Prof. Dr. Tanja Segmüller.
Foto: HS Gesundheit
Prof. Dr. Tanja Segmüller, Professorin für Alterswissenschaften.

Prof. Dr. Tanja Segmüller, Professorin für Alterswissenschaften:

In dem Studiengang Gesundheit und Diversity nehmen die Studierenden besonders solche Bevölkerungsgruppen in den Blick, die Diversitätsmerkmale aufweisen, beispielsweise ältere Menschen, Menschen mit einer Behinderung oder einem Migrationshintergrund. Sie lernen zum einen zu erkennen, welche Herausforderungen und besonderen Bedarfe diese Gruppen im Gesundheitssystem haben. Zum anderen lernen die Studierenden aber auch passgenaue gesundheitsförderliche Angebote, die auf die Bedarfe der Zielgruppen zugeschnitten sind, zu gestalten. Unser Ziel in dem Studiengang ist es, ein Bewusstsein bei, aber auch Lösungen mit Studierenden dafür zu entwickeln, dass benachteiligte Gruppen einen besseren Zugang zum Versorgungssystem erhalten.

Gesundheitsförderung und Prävention stehen im Fokus des Studiengangs, der zudem sehr praxisnah ist. Es gibt mehrere Praxiswochen, die in die Vorlesungszeit eingebettet sind und in denen sich die Studierenden Projekten aus und mit der Praxis widmen. In diesen Projekten arbeiten wir häufig mit Betroffenen der einzelnen Zielgruppen eng zusammen, so lernen die Studierenden Lösungen mit den Menschen und nicht an den Menschen vorbei zu planen. Diese Wissenszirkulation ist uns wichtig. Denn es geht darum Lösungen entwickeln zu können, die von den Zielgruppen auch genutzt werden. Was nützt es, wenn es attraktive Gesundheitsangebote in der Stadt gibt, für Menschen im Rollstuhl aber kein Fahrdienst dorthin existiert? Was nützt eine videobasierte, präventive Gesundheitskampagne, wenn es für Hörgeschädigte keine Untertitel gibt? Was nützt ein aufwendig gestalteter Flyer rund um Gesundheitsthemen, wenn es für blinde Menschen keine entsprechende Schrift darauf gibt? Die Studierenden lernen Gesundheitsangebote barrierefrei zu gestalten und bauen im Studium zugleich umfangreiche Kommunikations- und Beratungskompetenzen auf. Im Curriculum ist zudem ein Praxissemester vorgesehen, das die Studierenden wahlweise auch im Ausland absolvieren können. Für Menschen im Kontext von Gesundheit etwas Gutes zu schaffen, ist nicht nur ein besonders sinnstiftendes Berufsfeld, sondern auch eines, das zu einer hohen persönlichen Zufriedenheit führt.


 

Foto: privat
Helena Niechciol, Studierende.

Helena Niechciol, Studierende (4. Semester):

Bereits nach der Schulzeit wusste ich, dass ich später im Gesundheitsbereich arbeiten möchte. Der Studiengang Gesundheit und Diversity ermöglicht viele verschiedene Einblicke in das Gesundheits- aber auch Sozialwesen und beschäftigt sich mit einer wichtigen Frage unserer Gesellschaft: Wie kann benachteiligten Gruppen eine bessere Teilhabe am und im Sinne von Chancengleichheit, ein besserer Zugang zum Gesundheitssystem ermöglicht werden? Wir schauen uns die Bedarfe, vor allem aber auch die Ressourcen und Potenziale besonderer Zielgruppen an und lernen gesundheitsförderliche Konzepte, zum Beispiel solche gegen Einsamkeit im Alter, zu entwickeln. Im Zuge einer Lehrveranstaltung habe ich auch ein Praktikum in einer Schule, in der ein inklusiver Unterricht stattfindet, in dem Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam lernen, absolviert. Dort habe ich mich mit den Bedarfen und Ressourcen von Schüler*innen, die eine Behinderung aufweisen, beschäftigt.

Gerade den Fokus des Diversitätsaspektes im Studium finde ich sehr interessant. Das Studium umfasst aber noch mehr: Wir beschäftigen uns mit Gesundheits- und Projektmanagement, lernen medizinische Grundlagen, schauen ins Fachgebiet der Gesundheitspsychologie und analysieren unterschiedliches Gesundheitsverhalten oder diskutieren über Fragen aus der Gesundheitspolitik oder Gesundheitswirtschaft. Besonders Spaß gemacht hat mir das praxisorientierte Modul „Beratungskompetenz“, in dem wir Fähigkeiten rund um die systemische Beratung entwickeln konnten. Was außerdem sehr angenehm am Studium ist: Die Gruppengröße in den Vorlesungen und begleitenden Übungen ist vergleichsweise klein, wodurch wir Kommiliton*innen nicht nur untereinander, sondern auch mit den Professor*innen eng im Austausch stehen.


 

Foto: contec GmbH
Katharina Kirstein, Absolventin und wissenschaftliche Mitarbeiterin beim IEGUS - Institut für europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft.

Katharina Kirstein, Absolventin und wissenschaftliche Mitarbeiterin beim IEGUS – Institut für europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft. Das Institut erarbeitet praxisnahe Konzepte, Studien und Gutachten unter anderem zu Themen wie Diversity & Migration oder innovative Versorgung & Prävention.

Ich habe gerne an der Hochschule für Gesundheit studiert. Ich mag es, mir theoretisches Wissen anzueignen und dieses direkt auf die Praxis zu beziehen. Das ist auch einer der Gründe, weshalb ich mich für ein Studium an der Hochschule für Gesundheit entschieden habe: Die Möglichkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse direkt mit und in realen Lebenswelten zu verknüpfen. Vor allem der Themenbereich zielgruppenspezifische Gesundheitsförderung und Prävention war für mich an dieser Stelle – und ist es auch heute noch – interessant. So fiel meine Wahl auf den Studiengang Gesundheit und Diversity. Ich wollte mehr über unser Gesundheits- und Versorgungssystem lernen und die Gestaltung gesunder Lebenswelten verstehen – nicht nur theoretisch, auch praktisch. In Seminaren haben wir regelmäßig Aufgaben mit Bezug zu tatsächlichen Praxisbeispielen bearbeitet.

Wir hatten beispielsweise auch die Möglichkeit, in einem Quartier selbstständig zu forschen. Hier haben wir eine Straßenumfrage zu Barrieren und Wünschen der Bewohner*innen geplant, durchgeführt und ausgewertet. Wir haben Vorträge externer Referent*innen aus der Praxis verfolgt und Exkursionen zu Fachmessen oder Institutionen in der Region unternommen. Dazu kamen auch die regelmäßigen Praxisphasen, in denen wir unterschiedliche Arbeitgeber im Gesundheits- und Sozialwesen kennenlernen konnten. In meinem heutigen Arbeitsalltag im Forschungsinstitut merke ich, dass mir immer wieder auch noch Beispiele und Inhalte aus meiner Studienzeit in Erinnerung kommen, an denen ich mich dann orientiere. Vor allem die praktischen Erfahrungen helfen mir heute – neben dem fachlich Erlernten – in meinem Beruf.


Nähere Informationen zu unseren Studiengängen und zur Bewerbung um einen Studienplatz gibt es auf der Website der HS Gesundheit.

Foto: Jürgen Nobel/Grafik: HS Gesundheit
lernen & lehren
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20. Juli 2023

Als Teamplayer pflegebedürftige Menschen versorgen

Serie #HauptSacheGesundheit: Folge 9 – Bachelorstudiengang Pflege
Foto: Jürgen Nobel/Grafik: HS Gesundheit
lernen & lehren
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11. Juli 2023

Gesundheitsfördernde Arbeitswelten schaffen

Serie #HauptSacheGesundheit: Folge 8 – Masterstudiengang Gesundheit und Diversity in der Arbeit (Voll- und Teilzeit)