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DAS ONLINE-MAGAZIN DER HOCHSCHULE FÜR GESUNDHEIT IN BOCHUM

Vom Iran an die hsg Bochum

An der Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum) wurden zum dritten Mal Studienabschluss-Stipendien aus dem STIBET-Programm des DAAD an zwei internationale Studierende vergeben. Eine davon ist Zahra Gholami, die hier im hsg-magazin von ihrem Weg an die hsg Bochum erzählt.

Zahra Gholami ist gebürtige Iranerin und studiert Physiotherapie im Bachelor-Studiengang an der hsg Bochum. Nur noch ein Semester, dann hat sie ihren Abschluss in der Tasche. Damit sie sich in dieser Zeit zumindest keine finanziellen Sorgen machen muss, hat sie nun ein Abschluss-Stipendium bekommen. Andere Sorgen bleiben natürlich: „Zurzeit bin ich auf der Suche nach einem Thema für meine Bachelor-Arbeit. Vermutlich werde ich etwas im Geriatrie-Bereich schreiben“, überlegt die 38-Jährige.

Studieren im Iran und in Deutschland

Das Studium der Physiotherapie ist übrigens nicht Gholamis erstes Studium. „Im Iran habe ich bereits Sportwissenschaften studiert“, verrät sie. Dort hat sie zuletzt als Fitnesstrainerin gearbeitet. Vor fünf Jahren kam sie dann nach Deutschland. Als sie an der Volkshochschule den Deutsch-Kurs auf dem Level C2 absolvierte, sollten die Teilnehmer*innen ein Referat zu einem Thema ihrer Wahl halten. Gholami entschied sich für einen Vortrag über körperliche Bewegung und wurde von der VHS-Gruppe gebeten, mal ein paar gute Übungen zu zeigen. Danach kam die Dozentin des Deutsch-Kurses auf die Idee, dass Gholamis berufliche Zukunft vielleicht in der Physiotherapie liegen könnte. „Also habe ich im Internet recherchiert und bin schließlich auf die Hochschule für Gesundheit gekommen“, erzählt die gebürtige Iranerin. „Im Iran kann man übrigens Physiotherapie nur studieren“, ergänzt Gholami. Deswegen kam für sie eine Ausbildung nicht in Frage.

Auch andere Unterschiede sind ihr bereits aufgefallen: „Wenn wir im Iran an Physiotherapie denken, dann denken wir meistens gleichzeitig an Geräte. Hier in Deutschland wird aber auch eine sehr umfassende Sicht kennengelernt, neben den aktiven, assistiven und passiven Maßnahmen auch insbesondere die Beratung der Patienten“, berichtet die Studentin.

Erfolgreiches Studium

Das Studium in Deutschland war für Zhara Gholami nicht immer einfach. „Vor allem wegen der Sprache hatte ich zunächst Schwierigkeiten“, sagt sie. Aber auch deswegen, weil ihr letztes Studium bereits viele Jahre her ist und sie befürchtete, das Lernen verlernt zu haben. Ihre Befürchtungen bestätigten sich jedoch nicht und inzwischen hat sie bereits erfolgreich die staatlichen Prüfungen zur Physiotherapeutin abgelegt. Neben der Eigenmotivation und der Disziplin war ein wichtiger Faktor während des Bachelor-Studiums die Lerngruppe: „Das hat mir sehr geholfen. Vor allem bei den praktischen Übungen“, sagt die Studentin, die nun in Düsseldorf wohnt.

Und was sind die nächsten Schritte der Iranerin? „Ich möchte natürlich als Physiotherapeutin arbeiten. Und später auch noch einen Masterabschluss machen“, sagt sie. Zunächst fährt Gholami aber für ein paar Wochen in ihre erste Heimat, in den Iran, um dort ihre Familie wieder einmal zu sehen.


Text: Dr. Anna Knaup, Online-Redakteurin des hsg-magazins

Aufmacher: hsg

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