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DAS ONLINE-MAGAZIN DER HOCHSCHULE FÜR GESUNDHEIT IN BOCHUM

Do-It-Yourself: Alltagsmasken

Das Tragen sogenannter Community- oder Alltagsmasken, also selbstgemachter Stoffmasken, soll die weitere Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 verhindern. Das hsg-magazin erklärt, wie man eine solchen Mund-Nasen-Bedeckung selbst herstellen kann und wie die Masken richtig verwendet werden.

In einer Pressekonferenz vom 15. April 2020 hat Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel Bürger*innen empfohlen, im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie in Geschäften eine sogenannte Alltagsmaske zu tragen. Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt für den privaten Gebrauch das Tragen einer „Mund-Nasen-Bedeckung“, weist jedoch auch darauf hin, dass weiterhin ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen, Husten- und Niesregeln und eine gute Händehygiene eingehalten werden müssen. Die Masken seien dazu gedacht, das Risiko einen anderen Menschen durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken, zu verringern. „Eine solche Schutzwirkung ist bisher nicht wissenschaftlich belegt, sie erscheint aber plausibel. Hingegen gibt es für einen Eigenschutz keine Hinweise“, so das RKI. Ab dem 27. April 2020 führt unter anderem das Land Nordrhein-Westfalen zudem eine Maskenpflicht im ÖPNV und im Einzelhandel ein. Alexander Räder, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Department für Pflegewissenschaft der Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum), erklärt im hsg-magazin, wie die selbstgemachten Masken richtig verwendet werden.

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Alexander Räder ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Skills-Labs an der Hochschule für Gesundheit. Foto: hsg Bochum

Wie legt man eine Atemmaske richtig an?

Alexander Räder: Beim Anlegen und auch beim Ablegen der Maske sollte man diese nur an den Haltebändchen berühren. Auch nach dem Anlegen sollte die Maske nicht berührt werden. Zurechtrücken, geht also ebenfalls nur an den Haltebändchen. Dadurch wird vermieden, dass diese potentiell mit Krankheitserregern kontaminiert wird. Beim Ablegen vermeidet man im Umkehrschluss eine Kontamination der Hände.

Woran erkennt man, dass eine Gesichtsmaske richtig sitzt?

Räder: Die Gesichtsmaske sollte vom Nasenrücken über den Mund bis unterhalb des Kinns ragen. Die Nasenlöcher und der Mund sind durch die Maske also komplett bedeckt. Durch einen Metallbügel kann die Gesichtsmaske dann an den Nasenrücken angepasst werden, sodass die Ränder möglichst nah am Gesicht liegen.

Wie lange darf eine Stoffmaske getragen werden?

Räder: Wichtig ist hier: Sobald das Material durchfeuchtet ist, erlischt jegliche Schutzfunktion und sie sollte eher abgenommen werden. Die Masken sollten außerdem nach jedem Tragevorgang aufbereitet werden, daher ist es sinnvoll sich mehrer Masken anzufertigen um wechseln zu können.

Wie oft muss man eine Stoffmaske reinigen?

Räder: Nach jeder Verwendung sollte die Maske gereinigt werden, damit sie nicht zur Keimschleuder wird. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Waschen mit Vollwaschmittel bei 60 Grad Celsius, einfach mit kochendem Wasser übergießen oder für 15-20 Minuten in den Backoffen legen. Bügeln auf hoher Stufe ist auch möglich, wenn das Material dies zulässt.


Nähanleitung für eine Community-Maske

Bei der folgenden Anleitung handelt es sich um ein Tutorial für eine große Atemmaske, die durch den eingebauten Draht und die Raffung an der Seite eine möglichst gute Abdeckung des Mund-Nasenbereichs bei Erwachsenen gewährleisten soll. Wer eine kleinere Version der Gesichtsmaske bevorzugt, wird beispielsweise in der Anleitung der Stadt Essen fündig.

Eine PDF-Version der folgenden Anleitung zum Ausrucken gibt es hier: Alltagsmaske

Material:

  • 25cm x 20 cm Baumwollstoff, kochfest
  • 20 cm x 20 cm Baumwollstoff, kochfest
  • 150 cm Baumwollband oder Gummiband
  • 5 cm Draht (z. Bsp. Pfeifenreiniger)
  • Stoffschere
  • Nähmaschine (inkl. Faden)
  • Bügeleisen + Bügelbrett
  • Maßband

1. Die beiden Stoffteile rechts auf rechts aufeinanderlegen und an den langen Kanten feststeppen.

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2. Stoffstück wenden und Nähte glattbügeln.

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3. Beide langen Seiten bis zur Mitte einschlagen und bügeln.

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4. An den Außenkanten 5 cm lang und 1 cm breit absteppen.

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5. Stoff aufklappen und nun in der Mitte falten. Auch hier zwei 5 cm lange Stücke absteppen.

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6. Es sind drei gleichmäßige Falten in dem Stoffstück entstanden. An der oberen Kante des Stoffstücks einen 1 cm breiten Streifen absteppen.

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7. Den Pfeifenreiniger in den entstandenen Tunnel fädeln und mittig platzieren. Nun mit einigen Stichen links und rechts sichern (optional). Falten glattbügeln.

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8. Linkes Seitenteil erst einmal und dann noch einmal einschlagen, sodass eine saubere Kante entsteht.

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9. Den umgeschlagenen Rand 1,5 cm breit absteppen.

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10. Auf der rechten Seite wiederholen. Die Maske sieht nun von innen so aus:

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11. Band durch die entstandenen Tunnel fädeln, sodass oben eine Schlaufe entsteht.

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Fertig!

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Text: Das Inerview führte Judith Merkelt-Jedamzik, Online-Redakteurin des hsg-magazins. Der Text erschien am 27. April 2020 im hsg-magazin.

Anleitung und Bilder: hsg Bochum/Judith Merkelt-Jedamzik

Aufmacher: Community-Masken wie diese können einfach zuhause genäht werden. Foto: hsg Bochum/Judith Merkelt-Jedamzik

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