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Film: Was ist eine sichere Geburt?

Bei dem Dokumentarfilm ‚Die sichere Geburt – Wozu Hebammen?‘ der Regisseurin Carola Hauck hat unter anderem Prof. Dr. Rainhild Schäfers, Professorin im Studienbereich Hebammenwissenschaft der Hochschule für Gesundheit (hsg), mitgewirkt. In insgesamt 128 Minuten wird in dem Film der Frage nachgegangen, wie ein sicherer Start ins Leben aussehen kann und was es dafür braucht. Am 11. Oktober 2017 wird der Film an der hsg gezeigt.

Die Kamera ist auf Prof. Dr. Rainhild Schäfers gerichtet. Sie trägt eine grüne Strickjacke über einem gestreiften Hemd und sitzt in ihrem Büro am Schreibtisch. Im Hintergrund ist auf dem Computer-Bildschirm das geöffnete E-mail-Programm zu erahnen. Gerade wird ihr die nächste Frage gestellt – und schon ist wieder das Licht aus. Weil sich in den Büroräumen der hsg das Licht immer dann ausschaltet, sobald keine größeren Bewegungen gemacht werden, stehen die Regisseurin und der Kameramann vor einem kleinen Problem. „Als Lösung hat dann der Kameramann zwischendurch immer mal wieder deutlich mit den Händen über dem Kopf gewinkt“, berichtet Schäfers und lacht. Der Film für sie eine Premiere. Zwar stand sie schon öfter vor der Kamera, aber noch nie für ein so großes Projekt. „Das war sehr interessant. Und ich musste zum Beispiel lernen, dass ich die Fragen, die mir gestellt werden, immer in meine Antworten einflechte. Denn der Zuschauer sieht und hört ja im Film nur mich und nicht die Regisseurin, die die Fragen gestellt hat,“ erzählt sie.

Die Regisseurin ist Carola Hauck, die nach einem Grundstudium der Medizin ein Filmstudium an der Ludwigsburger Filmakademie absolvierte. Für ihr Filmprojekt zur Geburt sprach sie mit zahlreichen Fachleuten aus dem Gesundheitssektor. Die Finanzierung erfolgte über Crowdfunding. Anfang Juni 2017 fand die Uraufführung von „Die sichere Geburt – Wozu Hebammen?“ in München statt. Bei der Premiere in Berlin Mitte Juni 2017 nahm dann unter anderem Schäfers an einer Podiumsdiskussion im Anschluss an den Film teil. Am 11. Oktober 2017 ab 16 Uhr soll der Film auch an der hsg zu sehen sein.

„Mein Beitrag zum Film war es, die Thematik aus der Sicht der Hebammenwissenschaft zu beleuchten,“ erklärt Schäfers. „Vor allem wollte ich klären, was überhaupt Sicherheit bei der Geburt bedeutet. Denn es geht nicht nur um technische Mittel, die zur Verfügung stehen sollten, sondern zum Beispiel auch um eine intensive Betreuung.“ Ein Aspekt, der oft vernachlässigt würde. Daher betont die Professorin: „Das ganze Konzept Sicherheit muss meiner Meinung nach weitergedacht werden. Denn dazu zählt zum Beispiel auch, dass sich eine werdende Mutter während der Geburt nicht alleine gelassen fühlt.“

Mitten im Film ist Schäfers übrigens auch noch in einer anderen Kamera-Einstellung zu sehen: Diese Aufnahmen sind während eines Kongresses in Hannover entstanden. In den Außenaufnahmen prangert die Hebammenwissenschaftlerin an, dass wir noch viel zu wenig über die Folgen von Interventionen während der Geburt, also zum Beispiel auch über die Folgen eines Kaiserschnitts, wissen. Neben Schäfers kommen in dem Film unter anderem eine Hebamme aus Italien, ein Osteopath aus München und eine Professorin für Geburtshilfe und Perinatologie aus Frankfurt am Main zu Wort.

„Denn es geht nicht nur um technische Mittel, die zur Verfügung stehen sollten, sondern zum Beispiel auch um eine intensive Betreuung," Prof. Dr. Rainhild Schäfers

Für die Dreharbeiten an der hsg in Bochum waren ursprünglich rund zwei bis drei Stunden geplant. Allerdings erwies sich das Gespräch mit Schäfers als so fruchtbar, dass die Drehzeit spontan auf den kompletten Tag ausgedehnt wurde und auch noch der nächste Tag zum Teil als Drehtag diente. Dementsprechend ist der Redeanteil von Schäfers im Film hoch.

Aber auch andere Sichtweisen und Perspektiven werden in dem Dokumentarfilm wiedergegeben. So ist eine entscheidende Szene für Schäfers zum Beispiel die, in der eine Mutter darüber berichtet, was passiert, wenn eine Frau mit Wehen ins Krankenhaus fährt. „Dieser Zeitpunkt im Geburtsprozess, wenn die Entscheidung getroffen wird, ins Krankenhaus zu fahren, stellt einen großen Bruch im Geburtsprozess dar,“ erklärt sie. Der Ortswechsel werde von der werdenden Mutter im Interview als eine Zäsur gedeutet. „Das ist für mich eine absolute Schlüsselszene.“ Dass sich über diese und andere Umstände kaum Gedanken gemacht wird, sei eine Lücke, die dringend geschlossen werden müsse.


Der Film wird am 11. Oktober 2017 ab 16:00 Uhr im Audimax der Hochschule für Gesundheit (Gesundheitscampus 6-8, 44801 Bochum) gezeigt. Neben Prof. Dr. Rainhild Schäfers wird auch die Regisseurin Carola Hauck bei der Filmvorführung anwesend sein. Beide werden im Anschluss an den Film für Fragen zur Verfügung stehen.


Text: Dr. Anna Knaup, Online-Redakteurin des hsg-magazins

Aufmacher: hsg

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