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DAS ONLINE-MAGAZIN DER HOCHSCHULE FÜR GESUNDHEIT IN BOCHUM

„In Bochum funktioniert der Praxistransfer“

Künftig sollen Hebammen in Deutschland studieren. Das sieht ein Referentenentwurf des Gesundheitsministers Jens Spahn vor. In allen EU-Mitgliedsländern – außer in Deutschland – ist die Hebammenausbildung an Hochschulen schon lange Normalität. Spahn reagiert mit seinem Reformplan auf eine Forderung der EU, die die vollständige Akademisierung des Hebammenberufes bis zum 18. Januar 2020 vorsieht. Prof. Dr. Nicola Bauer, Leiterin des Studienbereich Hebammenwissenschaft, erzählt in einem Meinungsbeitrag, welche Erfahrungen sie bereits mit der Ausbildung von Hebammen an der Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum) gemacht hat.

„Nun hat es das Thema der Akademisierung des Hebammenberufs bundesweit in die politischen Diskussionen geschafft und der Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministers bietet eine konkrete Diskussionsgrundlage. Wir als Professorinnen der Hebammenwissenschaft warten schon sehr lange darauf, dass die Bundespolitik sich des Themas annimmt, da es bis 2020 umgesetzt werden sollte.

Seit dem Wintersemester 2010/2011 bieten wir den primärqualifizierenden Bachelorstudiengang Hebammenkunde als Modellstudiengang an. Sehr gerne hätten wir diesen Studiengang bereits seit dem Jahr 2017 als Regelstudiengang angeboten, aber der Bundestag hatte sich für eine Verlängerung der Modellphase entschieden. Der Studiengang läuft in Kooperation mit unseren klinischen und außerklinischen Praxispartnern sehr gut. Wir haben von Beginn an die Hebammen und Pflegenden, die unsere Studierenden in der Praxis betreuen, auch in der hsg Bochum als Praxisanleiter*innen geschult. Diese Weiterbildung kommt bei den Berufserfahrenen gut an.

Momentan entwickeln wir einen nachqualifizierenden Studiengang für berufserfahrene Hebammen, der nach derzeitiger Planung im Sommersemester 2020 an den Start gehen soll. Ich bin mir sicher, dass zahlreiche Hebammen dieses Angebot nutzen werden, da wir bei unseren Kooperationspartnern ein großes Interesse daran festgestellt haben, wissenschaftliche Erkenntnisse und Forschungsthemen kennenzulernen und anwenden zu können. Bei uns in Bochum funktioniert der Transfer aus der Wissenschaft in die Praxis schon recht gut und dies möchten wir gern weiter ausbauen. Hierbei kann uns die Politik unterstützen! Wir möchten auf der Grundlage unseres Status quo gern weitere Fortschritte erzielen.“


Text: Prof. Dr. Nicola Bauer. Der Text erschien am 10. April 2019 im hsg-magazin.

Aufmacher: Das Foto zeigt Prof. Dr. Nicola Bauer, Leiterin des Studienbereich Hebammenwissenschaft an der Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum). Foto: hsg Bochum

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