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Foto: HS Gesundheit/Volker Wiciok

Teilnehmerinnen loben Weiterbildung zur Entwicklungspsychologischen Beratung

22. November 2023

Die Hochschule für Gesundheit (HS Gesundheit) in Bochum bietet verschiedene berufsbegleitende Programme zur Fort- und Weiterbildung an. Darunter befindet sich auch ein Zertifikatskurs zur Entwicklungspsychologischen Beratung (EPB 0-3) für Familien mit Säuglingen und Kleinkindern unter drei Jahre. Die EPB 0-3 zielt auf die Förderung elterlicher Feinfühligkeit in Familien mit Kindern unter drei Jahren ab. Der Kurs wird in Kooperation mit dem Institut Kindheit und Entwicklung (IKE) sowie dem Verein Entwicklungspsychologische Beratung, Therapie und Weiterbildung berufsbegleitend angeboten. „Unsere 16 Teilnehmer*innen befinden sich jetzt auf der Zielgeraden!“, sagt Prof.in Dr.in Nina Gawehn, Kursleiterin und Professorin für Psychologie an der HS Gesundheit. „Nur noch 4 von 16 Weiterbildungstagen trennen sie von ihrem Zertifikat und bisher war das eine richtig runde Sache – eine sehr wertschätzende Gruppenatmosphäre, neugierige, hoch motivierte Teilnehmer*innen und viel Veränderungspotential für die Familien, die begleitet werden. Genau so haben wir uns das für unseren ersten Kurs gewünscht. Und genau so darf es gern weitergehen!“ Im Interview verraten zwei aktuelle Teilnehmer*innen unter anderem, welchen Eindruck sie von der Weiterbildung haben und was sie für ihren Berufsalltag daraus mitnehmen.

Warum haben Sie sich für den Zertifikatskurs zur Entwicklungspsychologischen Beratung (EPB) für Familien mit Säuglingen und Kleinkindern unter drei Jahre entschieden?

Foto: privat
Jelka Wessolleck arbeitet als Hebamme in einer stationären Mutter-und-Kind-Einrichtung.

Jelka Wessolleck: Ich habe an der HS Gesundheit bereits den Bachelorstudiengang Hebammenkunde absolviert, bin über das Alumni-Netzwerk der Hochschule auf die Weiterbildung aufmerksam geworden und schnell zu dem Schluss gekommen, dass mir die Inhalte in meinem Berufsalltag mit den Familien weiterhelfen können. Als Hebamme in einer stationären Mutter-und-Kind-Einrichtung arbeite ich vor allem mit jungen Familien in belasteten Lebenslagen, deren Kinder größtenteils unter drei Jahren alt sind. Mich hat es daher sofort angesprochen, mehr über die frühkindliche Entwicklung der ersten drei Lebensjahre zu lernen und zu erfahren, wie man die Eltern-Kind-Bindung unterstützen und die Feinfühligkeit der Eltern fördern kann.

Anja Kardell: Ich arbeite im Bereich der Frühen Hilfen. Als Familienlotsin berate ich im Familienbüro der Stadt Menden Eltern ab dem Zeitpunkt der Schwangerschaft und Familien mit Kindern bis drei Jahren zu den Themen Geburt, Elternschaft und gesunde Entwicklung des Kindes.

Zusätzlich bin ich als Familien- und Gesundheitskinderkrankenpflegerin tätig. Das Angebot der EPB 0-3 füllt für mich eine Lücke und fügt sich passgenau an die Bedürfnisse der Familien an. Ich kann die Weiterbildung wunderbar als niederschwelliges, kompaktes Angebot in meine tägliche Arbeit implementieren.

Sie haben bereits drei Viertel des Zertifikatskurses absolviert: Welchen Eindruck haben Sie von dem Weiterbildungsangebot der HS Gesundheit gewonnen?

Jelka Wessolleck: Der Kurs ist sehr gut organisiert. Die Online-Veranstaltungen haben den Charme, die eigenen vier Wände nicht einmal verlassen zu müssen, was im stressigen Arbeitsalltag nur von Vorteil sein kann. Inhaltlich ist der Kurs tatsächlich noch umfangreicher, als ich es mir zuvor erhofft hatte, deshalb bin ich sehr glücklich, diese Weiterbildung ausgewählt zu haben. Hinzu kommt, dass es sehr beruhigend ist zu wissen, dass beide Dozentinnen bei Rückfragen oder Unsicherheiten schnell Unterstützung bieten.

Foto: privat
Anja Kardell arbeitet im Bereich Frühe Hilfen.

Anja Kardell: In der EPB 0-3 filmen wir Berater*innen Szenen zwischen den Eltern und dem Kind. Anschließend schauen wir uns diese Szenen mit den Eltern gemeinsam an. Besonders gut gefällt mir an der Form der Videoarbeit, dass ich als Beraterin nur Beobachtungen und gegenüber den Eltern deutlich mache, was ich sehe. Zu den entscheidenden Schlussfolgerungen kommen die Eltern durch das gemeinsame Ansehen der Videofrequenzen von ganz allein. Ich bin nicht etwa in der Lehrerrolle und gebe Lösungen vor. Vielmehr gebe ich den Eltern die Möglichkeit, eigene Erkenntnisse zu entwickeln und zu gewinnen. Außerdem finde ich es klasse, dass wir in dem Kurs das super genaue Hinsehen erlernen. Man entdeckt Dinge, die einem ohne das Trainieren des genauen Hinsehens entgehen würden. Der Aufbau des Kurses ist kurz und knackig und ziemlich anspruchsvoll, was ich aber sehr gut finde.

Was nehmen Sie aus der Weiterbildung für Ihren Berufsalltag mit?

Anja Kardell: Ich habe in dem Kurs vor allem gelernt, noch genauer hinzusehen und in den Beratungssituationen noch mehr auf die Körpersprache sowohl der Kinder als auch der Erwachsenen zu achten, um Bedürfnisse noch besser zu erkennen.

Jelka Wessolleck: Im alltäglichen Umgang mit unseren Klientinnen merke ich, dass sich mein Blick auf die Eltern-Kind-Beziehung mit der Weiterbildung verändert hat. Durch die vermittelten Inhalte bin ich deutlich sensibilisierter für Feinzeichen und mir fällt es leichter, die elterliche Feinfühligkeit und intuitiven elterlichen Kompetenzen bei den Klientinnen einzuschätzen. Ich freue mich darauf, meine neuen Erkenntnisse aus dem Zertifikatskurs weiter anzuwenden, mit den Familien videogestützt zu arbeiten und die Entwicklungspsychologische Beratung regelmäßig in der Einrichtung anzuwenden, da sie bei den Klientinnen bisher sehr gut angekommen ist.


Weitere Informationen finden Sie über die Website der HS Gesundheit. Dort können Sie sich auch direkt zum Kurs anmelden. Der neue Kurs startet am 07.02.2024, Dozentinnen sind Professorin Nina Gawehn von der HS Gesundheit und Dr. Tanja Besier vom IKE. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an das Weiterbildungsteam der HS Gesundheit.

Das komplette berufsbegleitende Fort- und Weiterbildungsangebot der HS Gesundheit für die verschiedenen Zielgruppen des Gesundheitssystems finden Sie hier.

Foto: HS Gesundheit/Volker Wiciok
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