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DAS ONLINE-MAGAZIN DER HOCHSCHULE FÜR GESUNDHEIT IN BOCHUM

Flexibel und alltagstauglich

Die ersten Berufstätigen aus der Logopädie und Pflege konnten sich seit März 2016 an der Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum) weiterbilden. Im Rahmen des Verbundprojektes ‚Aufbau berufsbegleitender Studienangebote in den Pflege- und Gesundheitswissenschaften‘ (PuG) entwickelt die Hochschule zwei weiterbildende Master-Studiengänge: ‚Advanced Nursing Practice‘ (ANP) und ‚Evidenzbasierte Logopädie‘ (EviLog), die im Wintersemester 20/21 zum ersten Mal angeboten werden sollen. Ein Besuch im Projektteam.

Die drei wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Pia von Boetticher (Studienbereich Logopädie), Sarah Görlich mit dem Schwerpunkt ‚Medien und Kommunikation‘ im PuG-Verbundprojekt und Valeska Stephanow (Studienbereich Pflege) sitzen gemeinsam am Tisch und spielen sich am Tisch erzählerisch den Ball zu, wie ein eingespieltes Team. Jede der drei Mitarbeiterinnen des PuG-Teilvorhabens hat ihren eigenen Arbeitsbereich aus denen nach und nach zwei Studiengänge entstehen, die Teil eines noch größeren Projektes sind: Dem Verbundprojekt PuG, das im Rahmen des Bund-Länder-Wettbewerbs ‚Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen‘ mit rund vier Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Kooperationspartner sind neben der Hochschule für Gesundheit die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg als Sprecher-Hochschule, die Jade Hochschule und die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften (Campus Wolfsburg).

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Gemeinsam arbieten die drei Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen am PuG-Verbundprojekt. Foto: hsg Bochum/Jürgen Nobel

Insgesamt sollen zwei Bachelor- und fünf Master-Studiengänge entstehen. In Bochum handelt es sich dabei um zwei weiterbildende Master-Studiengänge: ‚Advanced Nursing Practice‘ (ANP), geleitet von Prof. Dr. Markus Zimmermann, und ‚Evidenzbasierte Logopädie‘ (EviLog), geleitet von Prof. Dr. Kerstin Bilda, die zugleich auch das Teilvorhaben leitet. Beide Studiengänge sollen zum Wintersemsester 2020/2021 erstmals angeboten werden. Erste Zertifikatsmodule werden allerdings schon seit März 2016 erfolgreich erprobt. Zugangsvoraussetzungen sind ein einschlägiger Studienabschluss und mindestens ein Jahr Berufserfahrung. Im Rahmen der Erprobung gelten andere, erweiterte Voraussetzungen, so können sich auch Interessent*innen, die sich in einem Bachelor-Studiengang und einem aktuellen Beschäftigungsverhältnis befinden, bewerben.

Offene Hochschule

Zielgruppen seien nicht die traditionell Studierenden, erklärt Pia von Boetticher, Logopädin und Gesundheitswissenschaftlerin und für den Teil des Projektes zuständig, der sich mit der Logopädie beschäftigt: „Wir sprechen nicht primär die klassischen Master-Studierenden an, sondern Therapeut*innen und Pflegende, die andere Voraussetzungen mitbringen und dadurch auch andere Ansprüche an das Studium stellen. Zum Beispiel Berufsrückkehrer, Menschen mit Familienpflichten oder Berufstätige.“ Das Konzept: Eine offene Hochschule mit flexiblen Strukturen, wissenschafts- und forschungsnah und ein Lernformat mit wenigen Präsenz- und vielen E-Learning-Phasen, kurz: Blended Learning.

„Dafür schaffen wir auf der E-Learning-Plattform Moodle eine Kursstruktur, die einfach zu bedienen ist und von den Teilnehmenden akzeptiert wird. Keine reine pdf-Schleuder, sondern interaktiv gestaltet“, erklärt Sarah Görlich, die eigentlich gar nicht aus den Gesundheitswissenschaften kommt, sondern Medienwissenschaft studiert hat und bei PuG übergeordnet für Medien und Kommunikation zuständig ist, „also alles was in den Bereich E-Learning fällt, aber auch Medienproduktion, Kommunikation und Akquise von Teilnehmenden.“

Erste Module erprobt

Der Bedarf ist – angesichts des sich wandelnden Gesundheitswesens und der Nachfrage nach akademisch gebildeten Fachkräften in den Pflege- und Gesundheitsberufen – groß. Die Wünsche der Studieninteressierten wurden ebenfalls rasch deutlich: Freie Zeiteinteilung, Studierbarkeit, auch im Berufs- und Familienalltag. Diese Flexibilität sei besonders wichtig, betont Valeska Stephanow, die als Pflegepädagogin bei PuG für die Angebote im Teilprojekt ANP mit Schwerpunkt ‘Onkologische Pflege‘ zuständig ist.

"Flexibilität ist besonders wichtig" (Valeska Stephanow)

„Die Anzahl der akademisierten Pflegekräfte ist nach wie vor gering. Die Qualifizierung endet häufig auf der Bachelor-Ebene. Mit der Entwicklung des ANP-Master-Studiengangs wird Bachelor-Absolvent*innen ein Karriereweg geboten, welcher besonders in der Pflegepraxis und damit in der direkten Patient*innenversorgung eine wichtige Rolle spielt und neben der Berufstätigkeit durchführbar ist.“, so Stephanow.

Um dabei so flexibel wie möglich zu sein, sind die Studiengänge modular angelegt, erklärt Pia von Boetticher: „In der ersten Phase wurden bereits Module erprobt. Geplant ist, dass man generell jedes Modul auch einzeln besuchen kann, zum Beispiel dann, wenn man sich nur in einem bestimmten Bereich weiterbilden möchte und gar keinen kompletten Studiengang benötigt. Im Idealfall sammeln sich dann mit der Zeit Module an. So kann aus der Fachkraft, die an einem Modul teilnimmt, vielleicht irgendwann eine Fachkraft werden, die einen ganzen Studiengang absolviert.“


Text: Tanja Breukelchen, freie Journalistin. Der Text erschien am 8. August 2019 im hsg-magazin.

Aufmacher: Die drei Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Valeska Stephanow, Sarah Görlich und Pia von Boetticher (v.l.). Foto: hsg Bochum/Jürgen Nobel

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