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DAS ONLINE-MAGAZIN DER HOCHSCHULE FÜR GESUNDHEIT IN BOCHUM

In die Welt hinaus

Als die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik (HfH) Zürich in der Schweiz Ende März 2012 die erste internationale Partnerhochschule der hsg Bochum wurde, war das ein wichtiger Schritt der Internationalisierung. Was es noch brauchte, um die Welt zu entdecken? Zum Beispiel ein Erasmus-Programm, Praktikums-Netzwerke im Ausland, Sprachkurse und vor allem: ein engagiertes International Office.

Über den Tellerrand schauen, Auslandsluft schnuppern: Wer bei Yvonne Anger am Tisch des International Office sitzt, bekommt nicht nur Informationen, sondern spürt, dass hier mitgedacht sowie motiviert wird und Möglichkeiten geschaffen werden. Schon in der Gründungsphase der Hochschule sei Internationalisierung ein wichtiges Thema gewesen, erinnert sich Anger: „Da kamen früh Fragen nach Auslandsaufenthalten auf, doch das alles musste mit der zuständigen Bezirksregierung und dem Gesundheitsamt Bochum besprochen werden. Die Situation war für alle neu.“ Und eine Herausforderung, denn an Berufsfachschulen werden in der Regel keine Auslandsaufenthalte realisiert, während man sich an der hsg Bochum natürlich, wie an Hochschulen üblich, möglichst viel Flexibilität und Internationalisierung wünschte.

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Yvonne Anger, Leiterin des International Office (IO) an der hsg Bochum - hier im Beratungsgespräch, ist seit 2010 an der Hochschule und hat das IO aufgebaut. Foto: hsg Bochum/Christiane Krüger

Praktika im Ausland

„Am Ende haben wir ein Konzept vereinbart, nach dem die Studierenden während bestimmter Zeitfenster in ihren jeweiligen Studiengängen ins Ausland gehen konnten – aber erst einmal nur für Praktika. Das ist bis heute die gängigste Variante geblieben, da zumindest in den Modellstudiengängen ein Auslandsaufenthalt für ein ganzes Semester durch die enge Theorie-und-Praxis-Verzahnung erschwert wird. Damit sind Studienaufenthalte im Ausland eigentlich nur im letzten Fachsemester möglich“, sagt Yvonne Anger. In den neu hinzugekommenen Studiengängen, die berufsbegleitend studiert werden, ist es schwer, einen langen Auslandsaufenthalt einzuplanen, da man an seinen Arbeitsort gebunden ist. Schwierig ist es auch, wenn sich im Ausland kein passendes Gegenstück zu den interdisziplinär angelegten Studiengängen der hsg Bochum findet.

Dennoch gewann das Thema Internationalisierung immer stärker an Bedeutung: „Wir haben im Jahr 2012 mit Erasmus+ begonnen, als wir mit der Hochschule für Heilpädagogik (HfH) in der Schweiz die erste Partnerhochschule bekamen“, erinnert sich Anger. Dem folgte mit den Jahren ein reger Austausch mit rund 20 weiteren Erasmus+-Hochschulen in insgesamt sieben europäischen Ländern. „Außerdem ein dichtes Netz an Kontakten für Praktikumsplätze in der ganzen Welt, die zumeist über die Auslandskoordinator*innen in den einzelnen Departments und Studiengängen koordiniert und gepflegt werden“, erklärt Yvonne Anger. „Zum Beispiel gibt es in der Physiotherapie neben Kooperationen in der Schweiz und in Österreich sehr gute Kontakte zu einer Klinik in Indonesien und zum Groote Schuur Hospital in Kapstadt.“

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Die richtige Vorbereitung

Wer für ein Praktikum oder ein ganzes Semester ins Ausland gehen will, findet im International Office erste Ansprechpartnerinnen: „Wir beraten und unterstützen die Studierenden bei der Suche nach einem Praktikum, aber auch bei auf den ersten Blick banalen Dingen wie Versicherungsschutz, sprachliche Vorbereitung, Herangehensweisen, Lebenslauf auf Englisch oder die Recherchen nach Berufsverbänden im Ausland.“ So schnürt man gemeinsam das passende Paket an Sprachkursen, die sowohl vom Career-Service der Hochschule als Online-Sprachkurse als auch in Kooperation mit dem Zentrum für Fremdsprachenausbildung der Ruhr-Universität Bochum angeboten werden, wo es für Studierende der hsg Bochum kostenfreie Plätze gibt.

Seit dem Start der Internationalisierungsbestrebungen der Hochschule im Jahr 2012 sind die studentischen Mobilitätszahlen kontinuierlich angestiegen. So haben bereits 201 Studierende der hsg Bochum bis zum September 2018 studienbezogene Aufenthalte im Ausland absolviert. Umgekehrt unterstützt die Hochschule aber auch internationale Studierende vor Ort, betont Anger: „Wir bieten Deutschkurse an, damit sie fortlaufend eine Unterstützung bekommen, an ihren Sprachkenntnissen zu arbeiten. Das machen wir auch in Kooperation mit dem Fremdsprachenzentrum der Ruhr-Universität, dort mit dem Bereich Deutsch als Fremdsprache.“


Partnerschaft mit UClan

Im Sommer 2016 wurden die ersten Ideen einer Zusammenarbeit zwischen der hsg Bochum und der University of Central Lancashire (UCLan) in Preston in einem Memorandum of Understanding festgehalten, das die Grundlage für weiterführende Kooperationsprojekte bieten sollte. Seither fanden zahlreiche gegenseitige Besuche statt. Nach einer ersten gemeinsamen Tagung der beiden Einrichtungen im September 2018 an der hsg Bochum wurde im September 2019 die zweite Tagung in Preston organisiert. Dr. Hazel Roddam, Reader in Allied Health Practice an der UCLan, ist seit Sommer 2019 ‚Assoziiertes Mitglied der hsg Bochum‘.

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Prof. Dr. Anne Friedrichs (links im Bild) überreichte am 24. Juli 2019 Dr. Hazel Roddam eine Urkunde, die sie als Assoziiertes Mitglied der hsg Bochum ausweist. Foto: University of Central Lancashire

Besonderer Partner ZHAW

Mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) verbindet die hsg Bochum eine besondere Partnerschaft. Das Departement Gesundheit der ZHAW hat im September 2015 im Auftrag des Vereins zur Förderung der Wissenschaft in den Gesundheitsberufen (VFWG) in Winterthur die erste Drei-Länder-Tagung organisiert, die am 8. und 9. November 2019 ebenfalls von der hsg Bochum durchgeführt wird. Der VFWG ist eine deutsch-österreichisch-schweizerische Kooperation von Gesundheitshochschulen mit Sitz in Winterthur (Schweiz). Da sich Deutschland, Österreich und die Schweiz in einer ähnlichen Phase der Professionalisierung der Health Professions, im Zuge derer sich die Gesundheitsberufe auf Hochschulniveau etablieren, befanden, wurde im Sommer 2013 zur Unterstützung dieses Prozesses der Verein gegründet. Das Hauptziel des Vereins ist es, die interdisziplinäre, interprofessionelle und praxisrelevante Wissenschaft im Feld der akademischen Gesundheitsberufe im deutschen Sprachraum zu fördern. Dieses Ziel soll in erster Linie mit einer wissenschaftlichen Zeitschrift, dem ‚International Journal of Health Professions‘ (IJHP) erreicht werden, die seit Dezember 2014 als online zugängliches Open Access Journal erscheint.

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Gern gesehener Gast an der hsg Bochum: Prof. Dr. Peter Meyer (stellvertretender Rektor der ZHAW in Winterthur; im Bild. 3.v.l.) war bei der Eröffnung des Neubaus der hsg Bochum im Sommer 2015 dabei. Hier im Bild ist er neben der hsg-Präsidentin bei der symbolischen Schlüsselübergabe mit den weiteren Ehrengästen zu sehen – namentlich v.l.n.r.: Die damalige Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, hsg-Präsidentin Prof. Dr. Anne Friedrichs, Prof. Dr. Peter Meyer, Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch, Maja Kuchler (AStA-Vorsitzende), Andrea Voss (AStA), Nehle Lüsse (AStA) und BLB-Geschäftsführerin Gabriele Willems. Foto: hsg Bochum/Volker Wiciok

Text: Tanja Breukelchen, freie Journalistin. Der Text erschien am 15. Oktober 2019 im hsg-magazin.

Aufmacher: Offen für die Welt – hsg Studierende sollen die Möglichkeit haben, andere Gesundheitssysteme im Ausland kennenzulernen. Foto: hsg Bochum/Volker Wiciok

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